Tempelfest in Belur – Geschichten aus Indien XI

Belur, dass ist das meiste Jahr über eine Kleinstadt auf der Hochebene von Karnataka in Südindien. Mit ca. 25.000 Einwohnern ist die Stadt selbst für europäische Verhältnisse klein. Im Mittelpunkt der Stadt liegt der Chennakeshava Tempel, einer der Hoysala Tempel, der durch seinen goldenen Gopuram-Turm auffällt.

Der Charakter des kleinen Städtchens ändert sich schlagartig während des Hoysala Mahotsava Festes, welches jährlich im März stattfindet. Hierfür strömen Pilger aus den umliegenden Provinzen in das verschlafene Städtchen. Da die meisten Pilger aus der einfache Landbevölkerung stammen und Belur auch keine nennenswerte Touristeninfrastruktur hat, kampieren die meisten Pilger direkt im Tempel-Innenhof, der sich für ein paar Tage in ein trubeliges Lager verwandelt

Beeindruckend sind die Vorbereitungen des Fest-Wagens, des sog. Ratha. Der Turm auf Rädern wird von unzähligen Helfern mit Blumen und Girlanden geschmückt. Am Fuße des Wagens vollführen einzelnen Gläubige ihre Rituale. Am eigentlichen Festtag wird der Ratha dann um den Tempel gezogen. Auf den ersten Blick verwirrend ist der stetige Regen aus Bananen und anderem Obst, das aus der Menge hinauf geworfen wird. Wie immer in Indien, hat auch dieses Ritual seinen eigenen, leicht abstrusen Sinn. Da im Wagen oben drin nun mal ein leibhaftiger Gott wohnt, ist es nur selbstverständlich, diesem etwas Proviant mit auf den Weg zu geben.

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